Johannes Winges
Glossar

Enuresis (Bettnässen) und Enkopresis (Einkoten)

Als Enuresis - von griech. en (in, hinein) und ourein (nässen) - wird das meist nächtliche Einnässen (Bettnässen) von Personen bezeichnet, die ein bestimmtes Alter überschritten haben.

Entsprechend der komplexen Entwicklung der Fähigkeit zur Harnkontrolle ist der spontane Harnabgang bei Kleinkindern als ein vollkommen normales körperliches Geschehen anzusehen. Erst ab einem Lebensalter von fünf bis sechs Jahren und einem Intelligenzalter von mindestens vier Jahren darf von einer Enuresis gesprochen werden. Dass auch ansonsten normal entwickelte Kinder mit vier oder anfang fünf Jahren noch nicht trocken sind, kommt einfach gelegentlich vor -- in manchen Familien auch häufiger --, ist keine Krankheit, und ist nicht behandlungsbedürftig. Auch in diesem Alter gilt für die Eltern noch die Devise jeder Sauberkeitserziehung: ermuntern, aber nicht erzwingen.